Team time out und Einleitung der Narkose durch die Kollegen der Anästhesie mit Intubation. Zahnstatus fest. Einsetzen des Mc Ivor Mundspatels und Exposition des rechten Oropharynx: Es zeigt sich im Bereich der ehemaligen Abtragung am vorderen rechten Gaumenbogen mittig eine leicht derbe, kugelige Vorwölbung mit glatter Schleimhaut, ca. 0,8 cm Durchmesser. Laterokaudal davon liegt der Alveolarkamm nach erfolgter Voroperation etwas frei. Zudem zeigt sich eine vor 4 Wochen noch nicht vorhandene Leukoplakie am hinteren Gaumenbogen rechts mittig von ca. 3 x 6 mm längsoval. Im übrigen Oropharynx keine weiteren neuen Schleimhautauffälligkeiten. Infiltration am vorderen und hinteren rechten Gaumenbogen mit Lokalanästhesie, Ultracain 2 % mit Suprareninzusatz. Nun Exzisionsbiopsie der Leukoplakie am hinteren Gaumenbogen rechts mit 5 mm Sicherheitsabstand mit dem Skalpell und der spitzen Schere. Fadenmarkierung noch im OP-Situs bei 12 Uhr (kranial) und bei 9 Uhr (lateral). In der Schnellschnittuntersuchung laut telefonischer Durchsage durch die Pathologen zeigt sich ein 2 cm großes Carcinoma in situ im Resektat, wobei eine Randbildung im Schnellschnitt bei 12 Uhr nicht ausgeschlossen werden kann, somit Empfehlung zur Nachresektion, die später erfolgt. Zunächst die bereits geplante Nachresektion am vorderen Gaumenbogen rechts: Mit ca. 5 mm Sicherheitsabstand Umschneidung der erhabenen, derben Raumforderung bei glatter Schleimhautoberfläche mit dem Skalpell und der spitzen Schere. Auch hier noch Fadenmarkierung im OP-Situs bei 6 Uhr (kaudal) und bei 9 Uhr (lateral). Bei der erforderlichen Größe der Nachresektion entsteht ein Defekt im vorderen Gaumenbogen, der später adaptiert wird. Hier zeigt sich in der Schnellschnittuntersuchung laut Durchsage der Pathologie ein vom CIS ausgehendes invasives Karzinom von 0,2 cm, das kranial randbildend ist und zudem lateral eine mäßiggradige Dysplasie, wobei im Schnellschnitt nicht eindeutig vom CIS unterschieden werden kann. Somit auch hier Empfehlung zur Nachresektion. Präoperativ erfolgte die Demo an den Voroperateur <CLINICIAN_NAME>. Nun noch Fallbesprechung mit <CLINICIAN_NAME>, auch aufgrund des Tumorkonferenzbeschlusses siehe Akte. Nun Indikation zur Nachresektion an den o.g. Stellen entsprechend der pathologischen Empfehlung, diesmal zur definitiven Histologie sowie zusätzlich eine Biopsie am vorderen Gaumenbogen links bei makroskopisch unauffälligen Verhältnissen zur Klärung, ob auch hier ein Carcinoma in situ vorliegt bei aktuellem V.a. eine Feldkanzerisierung. Dann Besprechung im Rahmen der Tumorkonferenz und heute keine PEG-Anlage. Nun Nachresektionen: Hinterer Gaumenbogen rechts: kranial erfolgt die Resektion eines ca. 5 mm breiten Schleimhautstreifens mittels Skalpell und spitzer Schere. Dieses wird noch im OP-Situs fadenmarkiert, zum einen medial und zum anderen kranial. Einsenden zur definitiven Histologie. Nachresektion vorderer Gaumenbogen rechts: Resektion eines 5 mm breiten Schleimhautstreifens mittels Skalpell und spitzer Schere, der den gesamten Bereich von medial über kranial bis laterokaudal abdeckt, 3-fache Fadenmarkierungen. Skizze/Foto mit allen Markierungen siehe Akte. Abschließend wird noch der rechte vordere Gaumenbogen in das Wundbett adaptiert mit Vicryl 4-0. Keine Blutung. Zudem noch Biopsie am vorderen Gaumenbogen links. Keine Blutung. Abschließend noch Einlage einer nasogastralen Ernährungssonde aufgrund des ausgedehnten Resektionsdefektes im rechten Oropharynx. Lagekontrolle unter direkter Sicht und auskultatorisch mit Luftinsufflation. Beenden des Eingriffs ohne Komplikationen. Fazit: Nachresektion am vorderen rechten Gaumenbogen bei invasiven Plattenepithelkarzinom, ausgehend von einem Carcinoma in situ sowie Exzisionsbiopsie am hinteren rechten Gaumenbogen bei Carcinoma in situ; schnellschnittkontrolliert. Eine zusätzliche Nachresektion beider Stellen erfolgte und geht zur definitiven Histologie. Bei V.a. Feldkanzerisierung zudem Biopsie vorderer Gaumenbogen links in einem blanden Schleimhautareal. Procedere: Besprechung in der Tumorkonferenz der definitiven Histologien des Schnellschnitts und der Nachresektate. Auf eine PEG-Anlage wurde (s.o.) bewusst verzichtet. Erst wenn definitiv eine Radiochemotherapie indiziert ist, sollte eine PEG-Anlage erfolgen. Nasogastrale Sonde je nach Befund im Oropharynx rechts für 3-5 Tage. 