Zunächst Bestätigung der Ausdehnung. Es zeigt sich ein exophytischer Tumor der rechten Tonsillenloge, die Tonsillenloge komplett aufbrauchend mit Übergang auf den Weichgaumen bis zur rechtsseitigen Uvulabasis. Zudem erstreckt sich der Tumor etwas über die kaudale Tonsillenloge, Wachstum über die Glossotonsillarfurche an den freien Zungenrand rechts und hier Infiltration eines ca. 3 cm messenden Zungenareals mit einer Eindringtiefe von ca. 1 cm. Infiltration auch umschriebener hinterer Mundboden. Es erfolgt zunächst noch die Anlage der PEG-Sonde. Hierzu Eingehen mit dem Gastroskop unter laryngoskopischer Kontrolle. Problemloses Vorspiegeln in den Magen. Hier bei guter Diaphanoskopie, problemlose Punktion des Magens. Anschließend Anlage der PEG-Sonde in gewohnter Fadendurchzugsmethode. Es erfolgt nun die transorale Tumorresektion. Hierzu Umschneiden des Tumors mit Sicherheitsabstand von 1 cm. Mitnahme der Uvula, Mitnahme subtotal des Weichgaumens. Resektion bis nach bukal. Auslösen der Zahntasche des hinteren Unterkieferzahns.Bei hier Tumornähe, Abschieben hier vom Periost und damit gute Mobilisation im Bereich des hinteren Mundbodens. Umschneiden des Mundbodenanteils ebenfalls mit 1 cm Sicherheitsabstand. Resektion des Zungenanteils mit Sicherheitsabstand von ca. 1,5 cm. Auch in der Tiefe sichere in sano Resektion. Basal Resektion bis zur Glandula submandibularis. Es erfolgt nun eine komplette Abdeckung des Tumorgebietes mit Randproben. Diese werden sämtlich als dysplasie- und tumorfrei begutachtet. Lediglich im Bereich des Zungengrundes zeigt sich eine unklare Veränderung, welche histologisch nicht weiter zu differenzieren ist. Daher erfolgt hier später ein Nachresektat, welches erneut komplett als tumorfrei und dysplasiefrei begutachtet wird. So resultiert hiermit ein Defekt des hinteren Mundbodens, des Zungenrandes sowie des Zungengrundes, der Pharynxseitenwand, der Pharynxhinterwand sowie subtotal des Weichgaumens. Daher eindeutige Indikation zur Defektrekonstruktion. Es erfolgt zunächst die Durchführung der Neck dissection der linken Seite. Hierzu Hautschnitt am Vorderrand des Musculus sternocleidomastoideus. Durchtrennen von Haut- und Subkutangewebe. Durchtrennen des Platysmas. Darstellen der Musculi sternocleidomastoideus, digastricus sowie omohyoideus. Darstellen und Auslösen der Kapsel der Glandula submandibularis. Anschließend Ausräumen der Level II a bis V a unter sorgfältigem Erhalt von Vena facialis, Arteria thyroidea superior, Nervus hypoglossus und Nervus accessorius sowie der cervicalen Plexusäste. Abschließend Wundinspektion. Bei trockenen Wundverhältnissen, Einlage einer 10er Redon-Drainage und sorgfältiger zweischichtiger Wundverschluss. Makroskopisch hier keine suspekten Nodi. Es erfolgt nun die Durchführung der Neck dissection der Gegenseite. Hier prinzipiell gleiches Vorgehen. Hierbei zeigt sich jedoch im Bereich des jugulo facialen-Winkels, eine ca. 2 cm messende, derbe und damit hochsuspekte Raumforderung. Diese kann schlussendlich unter Erhalt der Vena facialis, ohne sicheren Anhalt für perinodales Wachstum, exstirpiert werden. Ansonsten nach Auslösen der Glandula submandibularis, zusätzlich zu den Level II a und V a unter Schonung der bereits auf der Gegenseite genannten Strukturen. Auslösen von Level I b. Hier mehrere makroskopische, doch nicht suspekte Nodi. Anschließend Exstirpation der Drüse. Resektion des Musculus digastricus partiell und damit Schaffen eines breiten Zuganges nach enoral, gute Übersicht. Schonung des Nervus hypoglossus möglich. Es folgt nun die Entnahme des Radialistransplantates. Hierzu nach Anzeichnen des hierfür für Zungenrand und Weichgaumen speziell konfigurierten Transplantates, Umschneiden des Transplantates. Darstellen der Vena cephalica. Darstellen des Ramus superficialis, Nervi radialis, dieser kann erhalten bleiben. Darstellen des distalen Gefäßstiels. Auslösen der Arteria radialis. Streng subfasziale Präparation. Es zeigt sich im Bereich der Ellenbeuge, dass die Vena cephalica kein Konfluenz zum tiefen Venensystem zeigt, daher wird diese später Clipiert und nicht weiter verwendet. Darstellen eines venösen Konfluenz sowie eines weiteren venösen Abgangs. Darstellen und Erhalt der Arteria ulnaris sowie Interossea communis. Später bei regelrechten vitalem Transplantat und regelrechter Handdurchblutung, Absetzen des Transplantates nach Ligierung der zu- und abführenden Gefäße. Sorgfältige Blutstillung. Anschließend sorgfältiger zweischichtiger Wundverschluss und Einnaht des aus der rechten Leiste entnommenen Vollhauttransplantates. Anlage der Vakuumpumpe sowie Anlage der Cramerschiene in Funktionsstellung zur Vollhautentnahme aus der Leiste rechts. Hierzu Umschneiden eines gut 12 x 7 cm messenden Hautareals. Streng kutane Hebung, subkutane Mobilisation. Einlage einer 10er Redon-Drainage. Mehrschichtiger subkutaner Wundverschluss und Hautnaht. Es erfolgt nun die Einnaht des Transplantates. Dieses ist, aufgrund der mittlerweile eingetretenen Schwellung, deutlich erschwert. Insgesamt gelingt jedoch eine suffiziente Rekonstruktion des Defektes, kombiniert transoral und transcervical. Positionierung des Stiels. Vorbereitung der Arteria facialis bei sehr schmächtig ausgeprägter Arteria thyroidea superior. Durchführen der Arteria in Anastomose mit 8-0 Ethilon. Abschließend regelrechter venöser Rückfluss über die abführenden Venen. Zunächst Konditionieren der Vena thyroidea superior. Durchführen einer venösen Anastomose mit dem Coupler-System unter Verwendung eines Couplers der Größe 3,0. Es zeigt sich nun weitgehend kräftiger venöser Rückfluss über die zweite Vene. Daher erfolgt auch die Konditionierung der Vena facialis und die Durchführung einer weiteren venösen Anastomose mit dem Coupler der Größe 3,5. Anschließend regelrechte Zirkulation. Positive Ausstreichproben sowie ausgezeichnete Transplantatdurchblutung, so dass anschließend die Einlage einer 10er Redon-Drainage und der zweischichtige Wundverschluss erfolgt. Aufgrund der fortgeschrittenen Schwellung erfolgt abschließend noch die Schutztracheotomie. Hierzu Hautschnitt auf Höhe des Ringknorpels. Durchtrennen von Haut- und Sukutangewebe. Eingehen in die infrahyoidale Muskulatur. Darstellen des Ringknorpels sowie der Tracheavorderwand. Durchtrennen des dünnen Schilddrüsenisthmus. Anschließend Eingehen zwischen 2. und 3. Trachealring. Anlage eines breitbasig gestielten Björk-Lappens. Anschließend problemlose Umintubation auf eine Low-Cuff-Kanüle der Größe 8, welche nahtfixiert wird. Fazit: Intraoperativ R0 reseziertes cT3 cN1 Oropharynx-/Mundhöhlenkarzinom rechts. Bei regelrechter Transplantatheilung kann bei intaktem Transplantat nach Inspektion ab dem 8. postoperativen Tag mit dem stufenweise Kostaufbau begonnen werden. Eine zeitnahe Dekanülierung sollte möglich sein. 